Conversation with god
am liebsten würde ich ja viele Filme gerne rückwirkend beurteilen, jedoch hat mein Gedächtnis eine sehr geringe Halbwertszeit. So weiß ich zwar noch, dass der schreckliche und schlechte Versuch der Kombination von Geschichte, Liebesschnulze und Action in z.B. Pearl Harbor, in einem nichtansehbaren, viel zu langen Scheißfilm endete. Aber mehr weiß ich nicht mehr. Aber es gibt ja auch Filme, mit denen ich mir vor nicht allzu langer Zeit genau diese verschwendet habe.
Letztens habe ich mir den Film „Conversation with god“ angesehen. Als ich die DVD in der Hand hielt, wünschte ich mir einen Film des Kalibers „American Beauty“. Ein Titel der erstmal alles bedeuten kann, ein Film der einfach schön anzuschauen ist und ein gutes Gefühl hinterlässt. Andererseits deutete der Titel schon viel zu offen auf einen Drecksfilm hin, der durch die hirngewaschenen Gelder irgendwelcher Glaubensfanatiker finanziert wurde. Und so ist es auch. Der Film ist mehr als scheiße.
Ein Typ, der anscheinend bis dahin halbwegs normal gelebt hat, verliert seinen Job als Radio-DJ. Erster Mist: Er landet direkt auf der Straße. Muss sich nachts im Regen sein Zelt aufbauen, was wunderbar pathetisch rüberkommt. Hat dieser Trottel denn keine Freunde? Wo sind all seine Sachen aus der Wohnung? Wie konnte so ein hilfloser Idiot Radio-DJ sein? Egal, er lebt Tag aus Tag ein in seinem Zelt, hat nur Freunde von der Strasse, macht keine Anstalten nicht wie ein Assi rum zulaufen und dann die große Wende. Durch einen scheiß Zufall (dies sollte eine Anspielung auf Gottes Gegenwart sein), bekommt er wieder einen Job als DJ. Alles scheint bergauf zu gehen, neue Freunde, neue Klamotten, neue Wohnung. Dann der Schlag, die Firma macht Pleite und er ist verzweifelt. Abgrundtief gesunken, ertrinkt er in seiner Wohnung an Hoffnungslosigkeit. Doch dann der große Hammer. Gott spricht direkt zu ihm und sagt ihm wie er doch besser leben könne. Er schreibt alles auf. Die Leute sind begeistert. Er bekommt einen Haufen Geld dafür und kann Menschen nun über alles eine Antwort geben (z.B. warum der Sohn einer heulenden Zuhörerin, in einer seiner Lesungen, warum dieser sterben musste, kotz).
Am Ende mutiert er irgendwie zu einem Gott und sieht sich selber, wie er am Anfang auf der Strasse gelebt hat.
Massage: Sei einfach nur scheiße genug und Gott hilft dir dann schon Millionen zu machen.
Der Film ist perfekt um nach zu vielem Saufen einfacher zu kotzen, um 2 Stunden des Lebens mit wirklich nichts bzw. nur sinnlosem zu verbringen. Also, wenn ihr eure Freunde ärgern wollte, dann brennt ihn euch (dafür darf man wirklich keinen Pfennig ausgeben) und als Geschenk, schnell, aber ganz schnell, weg damit.
Abschied aus Rajbiraj
So, Rajbiraj ist Vergangenheit. Bin jetzt in Kathmandu und bleibe für drei Wochen. Hat seine Vor- und Nachteile. Hier kann ich endlich mal wieder normal Frühstücken und mir mein Brot belegen, wie ich es gerne habe (in Rajbiraj war es schwierig mit dem Brot und auch mit dem Belag, aber man kann sich an alles gewöhnen). Es ist auch mal wieder ganz nett, in eine Bar zu gehen und was zu trinken. Jedoch ist Kathmandu ziemlich verdreckt, was nicht so sehr meine Augen, wohl aber meine Nase manchmal stört. Ich freue mich sehr darauf nach Spanien zu gehen und Ende Juli, nach langer Zeit, meine Heimatstadt Braunschweig für einige Tage zu besuchen. Ich hoffe das Brain ist noch nicht abgebrannt.
Bild: Mein Gesicht nach Abschiedszeremonie

All you can skate in Nepal

Nach langer, harter und schweißtreibender Arbeit ist es endlich geschafft. Die Minirampe ist fertig und fahrbereit. Ich habe sie leider nicht komplett aus Bambus gebaut, aber immerhin das Grundgerüst, der Rest ist aus Mangoholz (davon gibt es hier genug). Durch die Firma Allyoucanskate.com haben die Jungs hier sogar die Möglichkeit mit ihren eigenen Brettern zu fahren, denn sie hat freundlicherweise sechs Decks gesponsert. Die frisch gebackenen Skater waren ganz aus dem Häuschen und sichtlich zufrieden darüber, mal was anderes zu machen als Tischtennis zu spielen (was natürlich auch viel Spaß macht).
Die Rampe ist wunderbar befahrbar und es wird sogar einen Artikel in der Zeitung darüber geben. Wenn jemand von euch also mal im Südosten von Nepal ist und skaten will, nichts wie hin nach Rajbiraj.

Insektenbestimmung
Mal ne Frage an die Biologen unter euch oder jeden der Spaß hat Insektenbestimmung. Ich hab da ein schönes, blau leuchtendes Insekt, ca. 2-3cm groß, dass meine Mango anknabbert. Sollte ich lieber nicht allzu nah an das Ding rangehen, ich mein kann es stechen oder gibt es keine Gefahr? Zudem würde ich gerne wissen wie es heißt.

Tischmanieren oder die Etikette wahren
Gestern waren bei den Nachbarn zum Essen eingeladen (das Bild ist von unserem Hochzeitsessen in einem Dorf). Es ist ganz normal, dass in der Regel mit den Händen oder um genauer zu sein mit der rechten Hand gegessen wird, vorzugsweise Dhal Bath (Reis und Linsen). Mir ist bis jetzt aber noch nicht aufgefallen, mit welcher Selbstverständlichkeit am Tisch geschmatzt und gerülpst wird. Mich alten, harten und mit allen Wassern gewaschenen Landmann stört das nicht, es war nur etwas ungewohnt und ich war überrascht. Aber wenigstens haben die Gastgeber (die Frau des Hauses, die alles gekocht hatte, ausgenommen), Vater und Großvater, mitgegessen. Wir wurden auch schon zum Essen eingeladen und haben alleine, ohne die Gastgeber gegessen. Das ist strange, ich und Nuria saßen am Tisch, aßen alleine und wurden freundlich gedrängt mehr zu essen. Die Gastgeber haben nach uns gegessen.
Jeden Eindruck nehme ich momentan sehr intensiv wahr, da ich ab nächster Woche nicht mehr im Terai bin. Und es ist doch sehr eigen hier.

Alles bleibt anders (ist das von Grönemeier?)
Wieder einmal viel Veränderung. Nach langen, feuchten Nächten (besonders wenn der Ventilator wegen Stromausfalls nicht läuft) und sonnenbrandgefährlichen Tagen, ist die unerträgliche Hitze erstmal vorbei. Mein Kerzenthermometer hat den Höchststand des Möglichen angezeigt. Es wird wesentlich feuchter und die Temperaturen sinken wieder etwas.
Weitere Veränderung. Sechs Monate bin ich jetzt in Rajbiraj. Meine Minirampe wird am Sonntag fertig sein und gestern habe ich erfahren, dass ich ab Donnerstag wieder in Kathmandu sein werde. Ist das nicht zum heulen. Sicherheitslage hin oder her (nach wie vor gibt es ständig Streiks hier im Saptari und es wird sicher wieder Stress geben), aber da baue ich schon mal eine wirklich hübsche Rampe und jetzt kann ich nur drei Tage darauf fahren. That’s life.

Bambus-Mangoholzminirampe
Mein ursprünglicher Plan war eigentlich, die komplette Rampe aus Bambus zu bauen. Diesen Wunsch musste ich leider abändern, da mir momentan einfach Zeit fehlt (bald bin ich erstmal in Spanien und hier kann es ständig regnen) und Holz einfach genauer zu bearbeiten ist. Da ich nicht wollte, da das Projekt durch zeitl. Stress und eventuelles ungenaues Arbeiten scheitern könnte, habe ich die Transition aus Holz gebaut. Ich hoffe sie ist in den nächsten Tagen fertig.

Neue Schafe
Jetzt hat Bruder Sven zwar schon ein blog, was ihm jedoch fehlt, ist die Zeit, diesen zu füllen. Wie man auf dem Bild gut erkennen kann, befindet er sich an der Basis und bemüht sich dort von morgens bis abends den wahren Glauben unter die Leute zu bringen. Diese verstehen zwar nicht genau was er will, sind aber bereit jegliches Kreuz zu tragen, wenn sie dafür nur die entsprechende Gegenleistung bekommen. Nun gibt es ab heute sechs weitere Gläubige, die die Bibel zum Anfachen ihres Feuers nutzen können.

Vom Tagebuch zum Blog
Ich glaube nach langem Rumbasteln habe ich es endlich geschafft mein online-tagebuch in ein blog zu verwandeln. Da ich ständig unterwegs bin und somit die Mehrheit meiner Familie, Freunde und Bekannten äußerst selten in meiner Nähe habe, wollte ich gerne ein zum Gästebuch ergänzendes Kommunikationsmittel nutzen. Ein blog. Einiges wird sicher noch verändert, aber ich wollte es schon mal online bringen.
Kurz zum Stand der Dinge. In Rajbiraj hat der Monsun begonnen. Es ist mir unmöglich, wenn ich dieses Wort in den Mund nehme nicht an die in Zukunft therapiebedürftigen, nervigen Kindersänger zu denken. Jetzt sind schon einige Jahre vergangen, die Japanische Herberge dürfte jetzt wohl in der Blüte ihrer Gesichtspickel sein. Aber nun gut, ich zumindest bin mitten drin, im Monsun. Das hat zur Folge, dass die Temperaturen nicht mehr erbarmungslos heiß sind. Es ist feucht und angenehm. Für uns sind es erstmal sowieso nur noch vier Wochen in Rajbiraj. Dann geht es nach Spanien, Kind kriegen. Daniel, ich würde mich sehr freuen wenn du nach Spanien kommen könntest, August wäre perfekt. Wir sind in der Zeit höchstwahrscheinlich in Santa Pola, einem Touristenort bei Alicante, Platz gibt es für euch.