b-real Gedanken zu dem und dort Berichte aus Nepal, Spanien und zum Vatersein

19Okt/073

Maria ist drei Wochen alt

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19Okt/071

Funtastic Dracula Carnival III

Nachdem Spanien nun dreimal das Glück hatte Veranstaltungsort des Wild Weekends zu sein, wäre es wohl ohne ähnliches Rock´n Roll Wochenende etwas langweilig an der spanischen Küste geworden. So haben sich die valencianischen Rocker rund ums Gabba Gabba dazu entschieden das Funtastic Dracula Carnival ins Leben zu rufen. Endlich mal ein handfester Grund um wenigstens eine Nacht vom Windelwechseln zu entspannen. Sex, Drugs & Rock ´n Roll. Dieses Jahr vielleicht mit etwas weniger Sex & Drugs. Hätte mich zwar mal wieder sehr auf King Khan und die 5,6,7,8s gefreut aber the Trashmen waren am 12. Oktober mehr als eine gute Entschädigung.

Auf der Afterparty im Pinball war ich dann leider nicht mehr, sondern beim Schreihals und Frau.

the trashman

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16Okt/070

Keep on rolling

Auf Allyoucanskate.com gibt es jetzt einen Link zu b-real. Bin jetzt seit drei Monaten in Spanien und so sehr mit dem Papasein beschäftigt, dass ich garnicht mehr zum Skaten komme. Hoffe das ändert sich bald.

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9Okt/072

Maria am 09.10.07

Maria

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3Okt/073

3. Oktober

Den Tag der Deutschen Einheit nicht in Deutschland zu verbringen, ist nur schade, da ich den freien Tag nicht nutzen kann. 17 Jahre her, wie die Zeit vergeht.

Melancholisch denke ich an hundert Mark, hässliche plu-Jeans, und Schlangen vor den Elektroläden. Endlich war mal was los in Helmstedt.

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2Okt/070

Die Ignoranz im Kleinen

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Seit Tagen befinde ich mich nun in einer Umgebung mit einer klar festgelegten Struktur: dem Krankenhaus. Das Essen wird zu bestimmten Zeiten gebracht, regelmäßig wird geputzt und der Zustand der Patientin kontrolliert.

Es wiederholen sich mehrmals täglich Verhaltensweisen, die vielleicht unbedeutend sind, mich jedoch mittlerweile regelmäßig zur Weißglut bringen.

Ich denke, dass dieses unsensible Verhalten als Indikator für die Ignoranz einer Person im Allgemeinen dienen könnte. Das Kleine spiegelt sich im Großen. In diesem Fall ist es das Offenlassen der Tür.

Jede Krankenschwester, Hilfskrankenschwester oder Putzfrau auf dieser Station hat die schreckliche Angewohnheit in ein geschlossenes, ruhiges, von den lauten Geräuschen des betriebsamen Krankenhausflures verschontes Zimmer einzutreten und dieses immer zu verlassen, ohne die Tür wieder zu schließen. Es ist schrecklich.

Der Leser mag meinen, der ordnungsliebende Deutsche übertreibe. Man möge es sich bitte einmal bildlich vorstellen.

Die von Kopfschmerzen geplagte Patientin, müde vom Stillen, nutzt den ruhigen Moment um etwas zu entspannen. Das Baby hat sich endlich beruhigt und gleitet sanft dem Land der süßen Träume entgegen. Der gesunde Begleiter und Papa kann jetzt endlich selber die Gunst der Minute nutzen und etwas schlafen oder lesen. Die Mama und das Baby bitten um nichts. Ruhe.

In diesem Moment wird die Tür aufgerissen, das Licht wird angeschaltet. Von Babyschreien, Gesprächen und fleißigen Arbeitsgeräuschen der Außenwelt begleitet, ertönt: „das Thermometer!!!(el termómetro!!!)“ Dem Herzinfarkt nahe, wird der kleinen Familie erst gewahr was geschehen ist, nachdem das weißkittelige Monster den Raum verlassen hat. Tür sperrangelweit offen, Licht an. Na super, Baby wieder wach, Mutter schon wieder an den Kopfschmerz erinnert.

Ich muss also aufstehen, Tür zu machen und Licht aus. Jetzt ist zumindest absehbar, dass das Thermometer in fünf Minuten abgeholt wird und ich kann mich darauf einstellen, der Schwester beim rauseilen daran zu erinnern, die Tür wieder zu schließen.

Gestern habe ich beim Windelnwechseln der Hilfsschwester zugerufen, sie soll dass große Licht wieder ausmachen, Antwort: „Mach du es doch!“.

Jeden Tag erscheinen neue Schwestern, so dass es recht schwierig ist, sich auf die „normalen Schwestern“ und „die subnormalen Schwestern“ einzustellen.

Nach meinem Gefühl behandeln ca. 20% der Schwestern und Hilfsschwestern die Patienten mit dem gehörigen Respekt und der angemessenen Sensibilität. Dem Rest würde ich den Umgang mit Patienten verbieten.

Meine Beschwerde fiel leider auf unfruchtbaren Boden, es gibt zu viele Schwestern und sie wechseln zu oft.

Da gelobe ich mir doch die familiäre und ganzheitliche Krankenpflege, die ich noch vor zehn Jahren im Helmstedter Kreiskrankenhaus leisten konnte. Andere Länder, andere Sitten. Auch wenn ich vermute, dass in deutschen Krankenhäusern der Funktionalismus Einkehr gehalten hat.

Naja, wie so oft, neige ich auch in diesem Text vielleicht doch etwas zu Übertreibungen. Aber es trifft den Kern der Sache und ist übertragbar. Die Ignoranz der Individuen ( mich manchmal eingeschlossen).

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1Okt/077

Die Sensation der Geburt

Als ich noch ein kleiner Junge war, gab es zwei Dinge die mir am Meisten Angst eingeflösst haben: Der Krieg und das Kinderkriegen. Diese beiden Schreckgespenster habe ich als Zehnjähriger sehr abstrakt gesehen.

Ich habe mir überlegt was ich tun könne, falls es zu einem Dritten Weltkrieg kommen würde. Bei einem Weltkrieg würde, so meine Vorstellung, überall auf der Welt Krieg herrschen. Die einzige Möglichkeit dem zu entgehen sah ich darin, zu fliegen.

Mittlerweile weiß ich, dass dem Dritten Weltkrieg - den es im klassischen Sinne noch nicht gab- auf dieser Weise nicht zu entgehen ist, da der Tank sicher leer wäre, bevor der Krieg zu Ende ist (die Komplikation der Kampfjets und Mittelstreckenraketen lasse ich mal aus).

Für das Problem des Kinderkriegens hatte ich im Allgemeinen keine Lösung, sondern nur Glück gehabt, denn ich war ja ein Junge. Mir haben die Mädchen wirklich leid getan, denn von klein auf habe ich schon aus der Bibel gelernt, dass das Kinderkriegen, seit dem Rausschmiss von Eva aus dem Paradies, weh tut. In meiner Fantasie war die Vagina ca. so groß wie die Analöffnung, es war mir schleierhaft wie dort ein Baby durchpassen soll. Sicher war nur: das tut weh!!

Im Laufe der Jahre wurde ich immer mehr über die tatsächliche Anatomie des weiblichen Geschlechtes aufgeklärt, bzw. habe ich mich selber darüber aufgeklärt. Über eine Sache tappte ich jedoch bis zum Ende im Dunkeln: Wie lange dauert eine Geburt?

Wie lange eine Geburt dauert, kann keiner so genau sagen. Was jedoch klar ist und somit nicht mit der Vorstellung aus meiner Kindheit übereinstimmt, ist, dass es sich bei einer Geburt nicht um eine Angelegenheit von Minuten (wie niedlich) sondern mindestens von Stunden handelt. Im Falle meiner Tochter war es eine lange, sehr harte Geburt, die den ängstlichen Gedanken meiner frühen Vergangenheit in nichts nachstand.

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Bei Nuria haben die Vorwehen am 25.09. gegen Mittag, in einem Rhythmus von 20min. (vorher gab es auch schon Wehen, aber noch nicht so oft) begonnen. Am 26.09. um zwei Uhr nachts haben sich die Wehen auf unter 10 Minuten eingependelt. Das war der Zeitpunkt langsam ins Krankenhaus zu fahren, denn dieses ist eine Stunde entfernt. Im Laufe der Nacht und des Tages haben die Wehen an Intensität und Frequenz zugenommen. Um 17:30 wurde die Fruchtblase mehr oder weniger absichtlich zum Platzen gebracht, was uns der Geburt ein Stückchen Näher gebracht hat.

Wehen an sich tun nicht weh. Sie sind Muskelkontraktionen die den Kopf des Babys auf den Muttermund drücken um ihn zu öffnen. Damit das Baby durchpasst, muss sich dieser bis auf 10cm öffnen. Nurias hat sich bis Mitternacht auf 5cm geöffnet, am 27.06. um 03:00 hat er sich auf knapp 7cm erweitert. Das langsame, Millimeter für Millimeter, Öffnen des Muttermundes ist der Auslöser des Schmerzes, welcher bei Nuria hoch war, da sie auf eine epidurale Anästhesie verzichtet hat. Dafür hing sie jedoch Stunden an der Lachgasflasche, ein minimaler Schmerzlinder.

Mittlerweile schwanden ihre Energiereserven. Sie wartete seit 17:30 auf den Beginn der Geburt und hatte die letzten zwei Nächte nicht geschlafen.

Um 4:00 Uhr morgens hat die Frauenärztin entschieden, den nicht enden wollenden Geburtsprozess zu stoppen, da sich bis zu diesem Zeitpunkt der Kopf noch nicht richtig positioniert hat und somit den Muttermund nicht effektiv öffnen konnte. Zudem ist Nuria mittlerweile schon im stehen eingeschlafen und hatte keine Kraft mehr. Also Kaiserschnitt.

Überraschenderweise ging ab jetzt alles sehr schnell und um 4:30 Uhr konnte ich meine kleine Tochter Maria in meinem Arm halten. Mir wurde gesagt, dass die Kleine ihre Hand auf den Kopf gelegt hat und somit nicht richtig durch den Muttermund gelangen konnte.

Den ersten Geburtstag haben wir beiden nach der anstrengenden Geburt wie Zombies verbracht.

Nach und nach wird wieder die Normalität einkehren. Die Normalität einer Kleinfamilie. Morgen können wir hoffentlich endlich das Krankenhaus verlassen.

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