Zurück aus Kathmandu
Nachdem ich ein paar Tage lang verqualmte und durch den Gestank des Bagmatirivers verseuchte Kathmanduluft geatmet habe, bin ich endlich wieder zurück in Surkhet. Es ist schön zu Hause zu sein.

Tibetanischer Protest
Seit einigen Tagen war ich nun schon nicht mehr im Internet. Da ich zur Zeit nicht zu Hause, sondern in Kathmandu bin, wird dies bis zum Wochenende höchstwahrscheinlich auch mein einziger Eintrag sein.
Ich weiß nicht welche Infos über Tibet durch die gefilterte Presse nach Europa oder auch ins Nachbarland Nepal gelangen. Gestern bin ich in Kathmandu auf eine Gruppe tibetanischer Demonstranten gestoßen. Sie versuchen seit 10 Tagen vor das UN Gebäude zu gelangen um sich Gehör zu verschaffen. Sie gelangten jedoch nicht einmal in die Nähe und wurden Gestern, ich vermute so war es die anderen Tage auch, von der Polizei abtransportiert. Die Gewalt hielt sich in Grenzen, jedoch nur weil die Demonstranten keinen Widerstand geleistet haben. Die Polizei hat unmissverständlich klar gemacht, sicherlich auch wegen der bevorstehenden Wahlen, dass sie keinerlei Demonstration duldet.
Infos vom Dalei Lama zur Situation gibt es auf www.tibet.net
Es ist traurig mitanzusehen, auch wenn es mir erst im Nachhinein bewusst wird, wie die chinesische Macht dem tibetanischen Volke seiner Kultur sowie Freiheit beraubt hat und es noch immer tut. Gewaltaktionen jeder Art heiße ich nicht gut, auch wenn ich nachvollziehen kann, dass es manchem Tibetaner schwer fällt der Unterdrückung und Ungerechtigkeit mit einer dalailamischen Friedfertigkeit entgegen zu treten.
Kurzfilm: Wo sind meine Autoschlüssel?
Gerade eben bin ich auf dem Weg nach Nepalgunj und von dort aus geht es mit einem kleinen Flieger weiter nach Kathamandu. Schwiegermutter abholen. Endlich kommt Babysittingverstärkung.
Zur Unterhaltung gibt es heute aber trotzdem eine Veröffentlichung, die Technik machts möglich, hoffe ich. b-real TV präsentiert einen Kurzfilm vom alten Freund und Mitbewohner Jaume.
Morgen mehr
Holi Festival
Obwohl ich heute Morgen fast noch garnicht richtig vor die Tür gegangen bin, gab es am Holi Tag natürlich schon farbenfrohe Bilder. Mal sehen wie nass der Tag wird.
Holy moly, so ein kaputter Zeh nervt
Tja, jetzt sitze ich hier auf dem Sofa, aus den Boxen strömen die Taschentöne und draußen scheint wunderbar die Sonne. Schon schön blöd so invalide zu sein. Hab gerade wieder mit Karate begonnen und wollte nächste Woche in Kathmandu skaten und klettern. Fällt alles ins Wasser. A propos Wasser, morgen ist das Holifest (hab letztes Jahr schon darüber berichtet), so richtig aktiv Farbbeutel werfen werde ich da wohl auch nicht können. Mal sehen wie es wird.
Ich leg mich jetzt erstmal zur Aufhellung der Stimmung in die Hängematte.
Auaaaaa!
Ich bin wirklich sehr froh zu sehen wie meine kleine Tochter größer wird. Jeden Tag lernt sie etwas neues. Sie schafft es z.B. sich blitzschnell von den Rücken auf den Bauch und von den Bauch auf den Rücken zu drehen und dann nochmal. Allerdings kann das auch Nachteile haben. Es ist nicht ratsam sie jetzt unbeaufsichtigt auf dem Bett liegen zu lassen, denn da kann sie ganz schnell runterfallen. So wie heute fast geschehen. Meine unglaublich schnellen und supermanartigen Reflexe haben sie natürlich davor bewahrt. Jedoch hat sich mir unvorhergesehen der Türrahmen in den Weg gestellt und mir den kleinen Zeh gebrochen. Tja, dumm gelaufen und Dumm läuft jetzt schlecht.

Erziehung – hart oder zart?
Gestern habe ich die zweite Szene miterlebt, die mich über Erziehung, Gewalt, Angst, Macht und deren Auswirkungen hat nachdenken lassen.
Die Erste hat vor ca. 2 Wochen stattgefunden. Auf zwei Metallringe wartend, welche ich für meine neue Hängematte anfertigen ließ, saß ich beim Schmied in heller Mittagssonne auf einem Hocker und wartete. Aus ca. 30m Entfernung sah ich eine Frau mit zwei Kindern kommen. Der kleine Junge, vermutlich 4 Jahre alt, trabte hinter ihr her. Die Tochter mag 7 gewesen sein und wurde von der Mutter mit schwingendem Stock vor sich her getrieben. Alle paar Meter schlug sie dem Mädchen mit dem Stock auf den Kopf. Die Schläge waren nicht sehr stark, jedoch ausreichend um einen Schmerz zu verursachen, welcher, besonders für ein kleines Mädchen, alles andere als angenehm gewesen sein mochte. Die Kleine heulte während der ganzen Zeit Rotz und Wasser.
Dies traurige Gespann trottete in kleinen Schritten an mir vorbei. Die drei setzten sich an einen nahe gelegenen kleinen Kiosk. Es gab natürlich viele Leute die Zeuge dieses makaberen Schauspiels waren, ich schien jedoch der Einzige zu sein, der Kenntnis davon nahm.
Als die Mutter meine Aufmerksamkeit bemerkte, schlug sie ihrer Tochter wieder auf den Kopf und schaute mich grinsend an, als wolle sie sagen: „Ist das nicht lustig!?“ oder „Schaust du mich an, weil ich sie schlage?“
Nachdem andere meine Verwirrung bemerkten, schienen auch sie sich darüber zu belustigen, dass ich Anstoß an der Erziehungsmethode genommen habe. Obwohl, ich glaube sie haben nicht einmal mein Unwohlsein diesbezüglich bemerkt und fanden die Frau einfach nur amüsant. Da ich mich jetzt in gewisser Weise involviert gefühlt habe, blieb mir nichts anderes mehr als wegzuschauen.
In der anderen Situation gestern, wollte der Nachbar seinen Sohn mit einem Schuh verprügeln. Der Kleine lief weg. Jedoch war ich sicher, dass dies nicht die erste Abreibung gewesen wäre und ganz sicher nicht die letzte. Der Vater sprudelte über vor Aggressivität und der Junge tat mir leid.
Wäre ich in Deutschland gewesen, hätte ich in beiden Fällen eingegriffen. In Nepal ist das jedoch unmöglich. Aufgrund der fremden Sprache und Kultur hätte mich höchstwahrscheinlich sowieso niemand verstanden und überhaupt, wie komme als Ausländer dazu mich in fremde Familienangelegenheiten einzumischen.
Erziehung ist ein schwieriges Thema. Auf der einen Seite wird jugendliche Disziplin- und Respektlosigkeit kritisiert, auf anderer Seite darf dies bei handlungsunfähigen Eltern nicht mit loser Hand vorgebeugt werde (ich sag das jetzt mal so plakativ und ohne weiter darauf einzugehen). Bildung, Weltoffenheit, Toleranz und besonders Liebe wäre der richtige Weg. Willkommen in Utopia.
Bilderrätsel
Hallo ihr lieben Kinder, heute ist es wieder so weit. Es gibt eines von Onkel Svens berühmten Bilderrätseln. Auf dem Bild ist ein Lebewesen versteckt, könnt ihr es finden?
Falls ihr es seht, seid froh, denn Mama und Papa müssen nicht mit auch zum Augendoktor um euch ein Nasenfahrrad zu verpassen und ihr werdet nicht von gemeinen Mitschülern gehänselt. Und das kann sehr schlimm sein, denn Onkel Sven war früher in der Klasse immer der Kleinste und wurde von den Großen verprügelt wenn er ihnen nicht das Pausenbrot und ein kleines Trinkgeld abgab. Aber heutzutage ist das ja noch viel schlimmer, denn unter Handy-, Gamboy- oder Schuhabgabe geht in den Schulen ja nichts mehr, um einer ordentlichen Abreibung aus dem Weg zu gehen.
Für alle die, die eine Brille brauchen, tut es mir jetzt natürlich leid. Aber macht euch keine Sorgen, denn die bösen Jungs die euch heute verprügeln, werden, wenn sie groß sind, sowieso arbeitslos bzw. in eurem Betrieb angestellt sein (denn die sind ja alle doof) und dann seid ihr die Großen. Naja, das ist wohl nur ein kleiner Trost, denn das blaue Auge habt ihr ja heute. Sagt euren Eltern doch einfach ihr seht das Tierchen oben links oder unten rechts, die werden es euch schon glauben. "Da Papa, die Raupe mit den sieben Beinen, was , die siehst du nicht??? Na da brauchst du wohl eine Brille." Und schon ist er still. Diese Taktik hilft übrigens auch in vielen anderen Situationen, z.B. wenn ihr das erste Mal betrunken seid oder was weiß ich nicht alles. Aber das lernt ihr ja sowieso noch.
So ihr Lieben, schlaft recht fein, denn gleicht bricht schon die Nacht herein.
Für alle Erwachsenen, die auch an dem Rätsel teilnehmen wollen, traut euch ruhig, keine falsche Scheu. Viele tolle Gewinne warten auf euch.

Bananen ja!
Auf dem Bild sieht man selbstgemachtes Brot und Käse. Wenn es nichts zu kaufen gibt, muss man sich eben selber helfen. Jetzt noch ein MuFuTi und ich würde mich dem Osten gleich etwas verbundener fühlen.

