Gestank und Dreck in Kathmandu
Es ist wieder mal soweit. Ich habe mein schönes, idyllisches Surkhet verlassen und setze mich dem Chaos, der Luftverschmutzung und dem Lärm in Kathmandu aus. Ja sicher, es hat seine schöne Seiten. Endlich wieder nach Lust und Laune essen und die EM bei Bieren, Jägermeistern oder anderem Ungesundem genießen. Zu ungesund war für mich ein Steak, welches ich am Freitag Mittag verputzt hatte. Nachts darauf bekam ich eine sehr unangenehme Lebensmittelvergiftung. Meine Lehre: Nie wieder Steak in Nepal.
Mal von dem Steak abgesehen, könnte ich es mir trotzdem sehr schwer vorstellen, eine längere Zeit in Kathmandu zu verweilen. Die Hauptstadt wird durchkreuzt von dem Bagmatifluss. Ansich sollte das eine schöne Sache sein. Aber diese zäh dahinkriechende Brühe belästigt nicht nur mit ihrem unangenehmen und brennendem Geruch, welcher dem „Moor des ewigen Gestankes“ problemlos seinen Rang als Stinkherd Nr.1 abtreten könnte, sondern stellt auch eine durchaus optische Belastung dar. Es schmerzt die Vorstellung, man könne in diesem Fluss baden, denn dies war vor langer Zeit möglich und sorgte an heißen Sommertagen für sehnlichst erwünschte Abkühlung. Dieser Gedanke ist jetzt jedoch jedem Menschen so fern und ruft nur ein Gefühl des Ekels hervor, ähnlich der Vorstellung man trinke aus einem vollgeschissenen Bahnhofsklo oder schlürft ne Tasse Kotze. Von meiner Behausung nur ca. 500m entfernt, treibt der ungünstig stehende Wind den gülligen Gestank herüber und es löst Unbehagen aus an all die Notbehausungen zu denken, die innerhalb der letzten Zeit entlang des Flusses wie Pilze aus dem Boden geschossen sind. Trotz dieser so offensichtlichen Überschmutzung wird der hilflose und vollkommen überforderte Fluss jeden Tag des weiteren dazu genutzt um sich seines Dreckes zu entledigen. Diese eine große Arterie ist verkalkt und totkrank und auch leider nur einer der Geschwüre die Kathmandu zu bieten hat.
Auf dem Bild ein kleiner Zuläufer des Bagmati Flusses. Links türmen sich die Müllberge, gestützt, damit sie keine vollkommene Verstopfung verursachen.
