Heute gibt es von mir ein Fotorezept. Den Anstoß zu diesem Beitrag hat Julia Stern mit ihrer Blogparade “Deine Rezepte für bessere Fotos” gegeben. Gekocht wird etwas Leichtes, für zwischendurch und zum Mitnehmen. Besonders für die Streetfotografie geeignet, lässt sich aber auch auf andere Kategorien anwenden.
Zutaten: Kamera,Wissen, Augen auf!, Keine Angst (mit den Zutaten bitte nicht sparsam sein)
Kamera
Die erste und wichtigste Zutat ist die Kamera. Ohne diese lässt sich nicht einmal ein schlechtes Foto machen. Und da gibt es auch schon den ersten Tipp zur Hauptzutat. Gute Momente, Kompositionen, Farben und Formen sieht man leider sehr häufig, wenn die Kamera nicht dabei ist. Eine Spiegelreflex ist zwar schön und überaus wünschenswert, aber falls sie mal nicht mitkommen darf, immer die Kompakte einstecken, wichtig! Also, bei Zeitmangel: Schlüssel und Kamera nicht vergessen!
Wissen
Ich weiß, es gibt so viel zu wissen und wie in jedem Fach, erreicht man auch in der Fotografie nie den Punkt ausgelernt zu haben. Das ist ja auch gut so. Aber immer langsam, wie gesagt ist dies ein Rezept für leichte Kost.
Kenne deine Kamera. Ich bin der Meinung, dass sich gewollt gute Bilder nur machen lassen, wenn der Fotograf auch dazu in der Lage ist, seine Kamera manuell zu bedienen. In der Streetfotografie kann ein Autofokus oft hinderlich sein, da manchmal in Bruchteilen von Sekunden abgedrückt werden muss. Wie funktioniert der manuelle Fokus an deiner Kompakten? Hat sie überhaupt einen? Mach dich schlau.
Auch Grundwissen über das Zusammenspiel von Blendenöffnung und Verschlusszeit sind wichtig. Was bedeutet Tiefenschärfe und wie kann sie gezielt in Portrait- oder Landschaftsfotografie genutzt werden?
Augen auf!
So, nun Augen auf, suche, schaue, sauge auf. Welche Punkte, Linien, Formen und Farben sprechen dich? Wie könnte eine Komposition aussehen, die es wert wäre als Bild verewigt zu werden? Seitdem ich regelmäßig fotografiere, schaue ich viel bewusster. Nach unten, nach oben, ich gehe ran, ich gehe weiter weg. Ich bin eine laufende Festbrennweite. Motive gibt es tatsächlich zuhauf. Ein weiterer Tipp besonders für die Straße: Gehe und beobachte, setz dich in ein Café oder auf einen belebten Platz und lass das schnelle Treiben an dir vorbeiziehen. Genieße den Moment, genieße die Zeit die du dir gibst; Zeit die nur zum Schauen, Zeit die nur zum Fotografieren da ist.
Keine Angst
Diese Zutat ist speziell für die Streetfotografie aber auch für spontane Porträts gedacht. Hab keine Angst und lass dich von deiner Intuition leiten.
Ein älteres paar Sitzt auf einer Bank. Für dich ein unglaublich schönes Bild. Doch wenn du sie fragst ob du sie knipsen darfst, ist womöglich die Stimmung futsch. Und kein Zoom dabei, tja, was tun?
Keine Sorge, geh ran, mach das Bild und warte auf die Reaktion. Ich erkläre dann einfach, dass ich die Situation als besonders knipsenswert empfand und bekam noch nie eine negative Reaktion. Aber ehrlich gesagt, wird in ca. 90% der spontanen Bilder überhaupt nicht wahrgenommen, dass ich ein Bild geschossen habe.
Du möchtest ein Portrait von jemanden den du zufällig triffst? Geh hin und frag, keine Angst.
Nach diesen wirklich sehr einfachen Zutaten für die Straßenfotografie, rate ich das Resultat noch mal gut im Lightroom zu vermischen und dann am Besten großgedruckt mit Freunden zu genießen.
Unten könnt ihr gerne noch ein paar Happen von mir haben.
Guten Appetit!


