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Die Sensation der Geburt

 Posted on Oktober 1, 2007      by admin
 7

Als ich noch ein kleiner Junge war, gab es zwei Dinge die mir am Meisten Angst eingeflösst haben: Der Krieg und das Kinderkriegen. Diese beiden Schreckgespenster habe ich als Zehnjähriger sehr abstrakt gesehen.

Ich habe mir überlegt was ich tun könne, falls es zu einem Dritten Weltkrieg kommen würde. Bei einem Weltkrieg würde, so meine Vorstellung, überall auf der Welt Krieg herrschen. Die einzige Möglichkeit dem zu entgehen sah ich darin, zu fliegen.

Mittlerweile weiß ich, dass dem Dritten Weltkrieg – den es im klassischen Sinne noch nicht gab- auf dieser Weise nicht zu entgehen ist, da der Tank sicher leer wäre, bevor der Krieg zu Ende ist (die Komplikation der Kampfjets und Mittelstreckenraketen lasse ich mal aus).

Für das Problem des Kinderkriegens hatte ich im Allgemeinen keine Lösung, sondern nur Glück gehabt, denn ich war ja ein Junge. Mir haben die Mädchen wirklich leid getan, denn von klein auf habe ich schon aus der Bibel gelernt, dass das Kinderkriegen, seit dem Rausschmiss von Eva aus dem Paradies, weh tut. In meiner Fantasie war die Vagina ca. so groß wie die Analöffnung, es war mir schleierhaft wie dort ein Baby durchpassen soll. Sicher war nur: das tut weh!!

Im Laufe der Jahre wurde ich immer mehr über die tatsächliche Anatomie des weiblichen Geschlechtes aufgeklärt, bzw. habe ich mich selber darüber aufgeklärt. Über eine Sache tappte ich jedoch bis zum Ende im Dunkeln: Wie lange dauert eine Geburt?

Wie lange eine Geburt dauert, kann keiner so genau sagen. Was jedoch klar ist und somit nicht mit der Vorstellung aus meiner Kindheit übereinstimmt, ist, dass es sich bei einer Geburt nicht um eine Angelegenheit von Minuten (wie niedlich) sondern mindestens von Stunden handelt. Im Falle meiner Tochter war es eine lange, sehr harte Geburt, die den ängstlichen Gedanken meiner frühen Vergangenheit in nichts nachstand.

maria.jpg

Bei Nuria haben die Vorwehen am 25.09. gegen Mittag, in einem Rhythmus von 20min. (vorher gab es auch schon Wehen, aber noch nicht so oft) begonnen. Am 26.09. um zwei Uhr nachts haben sich die Wehen auf unter 10 Minuten eingependelt. Das war der Zeitpunkt langsam ins Krankenhaus zu fahren, denn dieses ist eine Stunde entfernt. Im Laufe der Nacht und des Tages haben die Wehen an Intensität und Frequenz zugenommen. Um 17:30 wurde die Fruchtblase mehr oder weniger absichtlich zum Platzen gebracht, was uns der Geburt ein Stückchen Näher gebracht hat.

Wehen an sich tun nicht weh. Sie sind Muskelkontraktionen die den Kopf des Babys auf den Muttermund drücken um ihn zu öffnen. Damit das Baby durchpasst, muss sich dieser bis auf 10cm öffnen. Nurias hat sich bis Mitternacht auf 5cm geöffnet, am 27.06. um 03:00 hat er sich auf knapp 7cm erweitert. Das langsame, Millimeter für Millimeter, Öffnen des Muttermundes ist der Auslöser des Schmerzes, welcher bei Nuria hoch war, da sie auf eine epidurale Anästhesie verzichtet hat. Dafür hing sie jedoch Stunden an der Lachgasflasche, ein minimaler Schmerzlinder.

Mittlerweile schwanden ihre Energiereserven. Sie wartete seit 17:30 auf den Beginn der Geburt und hatte die letzten zwei Nächte nicht geschlafen.

Um 4:00 Uhr morgens hat die Frauenärztin entschieden, den nicht enden wollenden Geburtsprozess zu stoppen, da sich bis zu diesem Zeitpunkt der Kopf noch nicht richtig positioniert hat und somit den Muttermund nicht effektiv öffnen konnte. Zudem ist Nuria mittlerweile schon im stehen eingeschlafen und hatte keine Kraft mehr. Also Kaiserschnitt.

Überraschenderweise ging ab jetzt alles sehr schnell und um 4:30 Uhr konnte ich meine kleine Tochter Maria in meinem Arm halten. Mir wurde gesagt, dass die Kleine ihre Hand auf den Kopf gelegt hat und somit nicht richtig durch den Muttermund gelangen konnte.

Den ersten Geburtstag haben wir beiden nach der anstrengenden Geburt wie Zombies verbracht.

Nach und nach wird wieder die Normalität einkehren. Die Normalität einer Kleinfamilie. Morgen können wir hoffentlich endlich das Krankenhaus verlassen.

mariasven.jpg

7 Comments for Die Sensation der Geburt

Buzz

Herzlichen Glückwunsch ihr 3 !!!

In erster Linie erstmal der tapferen Mama Nuria,
für das durchhalten der anstrengenden und langen Geburt!
Der kleinen Maria ein herzliches Wilkommen in der Welt
und guten und gesunden Start ins Leben.
Dir Sven auch alles gute zu eurer schönen und süßen Tochter, habt ihr gut gemacht!
Gut Ding will halt Weile haben. = )

Viele liebe Grüsse, Basti+Jessi.

Reply

sven

Danke ihr beiden. Ich freue mich sehr von euch zu hören.

Reply

Derflo

Hey!
jetzt is sie da, die kleine Maria!

Auch herzlichen Glückwunsch von mir an euch drei!
Und meinen Respekt, vor allem an Nuria.
Möge die Anstrengung und Schmerzen der Schwangerschaft und Geburt durch die Freude die Kleine aufwachsen zu sehen belohnt werden!

mfG derflo

ps.: sry, dass ich mich so selten melde, aber du weisst ja ich bin ne faule Sau!

Reply

Ulmi

He, hatte gerade schon ne Mail geschrieben. Hätte wohl mal vorher in den Blog schauen sollen. Naja, also an dieser Stelle schließ ich mich den Vorschreibern einfach mal an. Tja und Bilder sind ja auch schon dabei. Also Sven sie hat auf jeden Fall deine Nase, kannst also nich behaupten, sie wäre nich von dir. =)
Fein Fein, also wir freuen uns mit euch.

Bis balde mal

Reply

sarah

gleiches problem wie ulmi: erst mail geschrieben, dann blog geschaut. also auch von mir nochmal alles gute und herzlichen glückwunsch. sehr niedlich die kleine! erholt euch schnell und genießt den neuen alltag zu dritt.

alles liebe, sarah

Reply

Milena,Sina,Dennis

Hallo

HerZlichen Glückwunsch an Euch 3…… :-)
Sieht echt niedlich aus Eure kleine(große) Prinzessin….
Wir wünschen Euch alles Liebe und Gute hier aus unserem kleinen Dorf.
Viel Spass mit Euren neuen Aufgaben……..

cu cu
Milena,Sina und Dennis

Reply

Yvönnsche

Holá Sven, Nuria y Maria,

Herzlichen Glückwunsch zu eurer süssen kleinen!

Die frohe Botschaft ist auch zu uns über den Buschfunk bei uns im Dorf leicht verspätet angekommen ;-)

Wenn ich dann so die Beiträge kurz vor der Geburt lese, hm Resepekt Nuria, Frauen müssen wirklich schon eine Menge aushalten. Da muss frau sich echt genau überlegen, ob sie das durchmachen möchte…. Aber wenn dich das Baby dann einmal anlächelt, dann sind bestimmt alle Schmerzen vergessen ;-)

Hasta luego

Yvonne + Jens

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