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Weihnachten, das Fest der Ungläubigen

 Posted on Dezember 26, 2007      by admin
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In meiner Kindheit habe nicht gerade viele Erfahrung mit dem Weihnachtsfest gemacht. Meine Familie gehört zur Glaubensgemeinschaft der Jehovas Zeugen und da auch ich dort hinein geboren wurde, war diese Festivität, sowie auch das Feiern des Geburtstages, tabu.

Für mich als Kind war das überhaupt nicht schlimm, denn es war ja normal. Geschenke bekam ich meiner Meinung nach ausreichend, halt nur nicht an Weihnachten.

 Mittlerweile habe ich seit 12 Jahren nichts mehr gegen Weihnachten, denn meine Weltanschauung hat sich radikal geändert. Zudem blicke ich seit einigen Monaten nicht mehr nur durch meine eigenen Augen, sondern versuche die Welt auch aus Sicht meiner kleinen Tochter zu sehen.

Dieses Jahr bekommt sie noch nicht sonderlich viel von jenem heidnischen Fest mit. Jedoch kann ich mir jetzt schon bildlich vorstellen, wie es sich nächstes Jahr abspielen könnte. Die Kleine ist ganz außer sich. Tante, Onkel, Oma, Opa und der ganze Rest strömen zusammen, um gemeinsam einen Abend zu verbringen. Es wird gegessen, gespielt, es werden Geschenke und Gedanken ausgetauscht.

Keiner der Beteiligten ist wirklich gläubig und hat somit kein religiös gefestigtes Fundament welches für oder gegen das Weihnachtsfest sprechen würde.

Die Sinnhaftigkeit des Zusammentreffen ist also nicht im religiösen Kontext sondern im Aufrechterhalten sozialer Bindungen zu finden. Die Pflege sozialer Beziehungen.

Wenn ich die „Wahrheit“ der Zeugen Jehovas nach wie vor als meine einzig akzeptable Weltanschauung betrachten würde, dann würden viele Angelegenheiten auf unserem Planeten für mich an Bedeutung verlieren. Politik hätte kein Gewicht mehr, denn Jehova alleine kann und wird die Probleme auf unserer Erde lösen. Jedes noch nicht gelöste Geheimnis kann erklärt werden und würde meine Gehirnfunktionen somit auf Mindestleistung herunterfahren. Denken muss ich nicht mehr selber.

Ich gebe zu, dass ich im Allgemeinen nicht zu extraordinären Denkleistungen berufen bin. Wenn man mir meine Minimalkapazität jedoch auch noch beschränkt, dann wird mein Gehirn eingehen wie ein Pflanze ohne Wasser, verkümmern wie ein ungebrauchter Muskel.

Warum soll uns Gott mit einem solch wunderbaren Gehirn erschaffen und uns dann die Nutzung verbieten?

Frohes Fest und guten Rutsch

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